Programm Frühling / Sommer 2012:

14. März 2012: Kritik der Konsumkritik

11. April 2012: Sparpaket: Verarmung der Lohnabhängigen im Namen der Wettbewerbsfähigkeit

9. Mai 2012: Sozialstaat

13. Juni 2012: Privateigentum

Immer ab 19:00 im Sub Salzburg.

Basisgruppe Gesellschaftskritik Salzburg

Prof. Margaret Wirth (Bremen):

Die Krise des globalen Finanzsystems und ihre Bewältigung:
Die Weltwirtschaftsmächte kämpfen um ihren Kredit – gegeneinander!

Dienstag 17.1.2012 19:00, Uni Wien, Neues Institutsgebäude (NIG) HS 1
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Die Krise auf den Finanzmärkten hat sich zu einer Staatsschuldenkrise
ausgewachsen. Die finanzkapitalistischen Investoren, die neulich von den Staaten mit gigantischen Kreditsummen aus ihrer Krise herausgekauft wurden, entziehen sukzessive den Staatsanleihen ihr Vertrauen: Etliche Staaten bekommen nur noch zu höheren Zinsen Kredit, manchen Staaten droht der Kreditentzug. So beginnt die nächste Etappe: Entwertete Staatspapiere, Schuldenschnitte wie bei Griechenland, ev.
der komplette Zahlungsausfall eines Landes – all das beschwört die nächste Bankenkrise herauf, weil die Großen der Branche zu den wichtigsten Investoren in jene Staatsanleihen gehören, die mehr und mehr wertlos werden. Im Gefolge droht eine neue Rezession, am Ende womöglich das Aus für das Geld, in dem europaweit gewirtschaftet wird.

http://www.gegenargumente.at/veranstaltung/veranstaltung_17_01_12.htm

Die demokratische Herrschaft zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass periodisch die Zustimmung zu ihr durch Kreuzchenmalerei hinter derjenigen Wahlalternative bekundet wird, welcher die Ausübung der demokratischen Herrschaft am ehesten zugetraut wird. Sondern diese Zustimmung gilt, weil man sie ausüben darf, als heiligste Bürgerpflicht, der man nachkommen muss. Weshalb auch regelmäßig wissenschaftlich-politwissenschaftlich untersucht wird, wie es nur dazu kommen kann, dass glatt manche ihr Kreuzchen an die falsche Stelle (Die Linken! Die Rechten!) setzen, oder fast noch schlimmer, gleich überhaupt keins. Nicht, dass dadurch die demokratische Herrschaft gefährdet wäre, solange das politische Denken und Handeln dieser (Nicht-)Wähler auch weiterhin um die bestmögliche nationale Herrschaftsalternative kreist, welche dann entweder jenseits der Mitte-Parteien, oder überhaupt nicht im Parteienangebot gefunden wird. Sondern gerade weil die demokratische Herrschaft dermaßen durchgesetzt ist, fällt schon das nicht oder an die falsche Stelle gesetzte Wahlkreuz als Skandal und zu beseitigendes Übel auf. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Assoziation zur Demontage des Bestehenden lädt ein zum Vortrag “Die FPÖ und ihre bürgerlichen Kritiker”.

In dem Vortrag wird es um die FPÖ und deren Verhältnis zu Nationalismus, Rassismus, Ausländerpolitik, NS-Vergangenheit und deren demokratische Bewältigung gehen. Und warum die Kritik, welche die FPÖ dafür aus bürgerlichen Lagern erhält, die Sache weit verfehlt.

Wann: 16. Dezember 2011, 18:00
Wo: G1 (Glacisstraße 1, erster Stock)

Fortsetzung von GegenStandpunkt & Diskussion über die empörten Kritiker der Krise und die Occupy-Bewegungen am 22. November um 19:00 im Café 7stern, Siebensterngasse 31, 1070 Wien

Die empörten Kritiker und Okkupanten, ob in Europa oder den USA, rühren mit ihrem Protest an sehr grundsätzliche Fragen der Politischen Ökonomie des Kapitalismus: Wozu, nach welchen Gesichtspunkten und in wessen Interesse wird in der Marktwirtschaft Reichtum produziert; warum werden die Reichen reicher und die Armen ärmer; warum wird in der Krise massenhaft Reichtum entwertet und warum stehen die demokratischen Staaten auf der Seite des Reichtums – und nicht auf der Seite der wählenden Armen?

Ein Teil der Bewegung scheint die Klärung dieser Fragen für sekundär zu halten, weil es jetzt vor allem darum zu gehen hätte, Druck auf die Regierungen auszuüben, damit diese (endlich wieder) mehr die Interessen der Opfer der Krise und weniger die der Banken vertreten. Aber damit rennen die „Empörten“ im Grunde genommen offene Türen ein: Die frühere „Normalität“ wäre auch den Regierenden sehr recht, und zwar überall. Denn die ziehen keineswegs aus Jux und Tollerei ihre Sozialkürzungs- und Verarmungsprogramme durch, in Griechenland, Spanien und anderswo. Die sind nämlich auch sehr für Arbeitsplätze – und das weder aus genuin menschenfreundlichen Haltungen und auch nicht aus demokratiepolitischen Erwägungen, auf die große Mehrheit Bedacht nehmend. Es ist sehr schlicht: Jeder Beschäftigte, der „in der Wirtschaft“ Geld verdient, ist unmittelbar nützlich für die Staatskasse. Er zahlt Steuern und Sozialabgaben, und drückt bei jedem Einkauf noch einmal ans Budget ab; ein Beschäftigungsloser hingegen kostet die jeweils zugestandene Arbeitslosen- oder Sozialhilfe, ist Abzug vom Budget. Die kann der Staat zwar kürzen und streichen, aber nützlich werden die Verarmten dadurch auch nicht, höchstens indirekt, als Lohndrücker der Beschäftigten: Der Staatshaushalt ist der Grund für das staatliche Interesse an Arbeitsplätzen, sogar an der lange entschwundenen „Vollbeschäftigung“.

ABER:

Die Staaten, die eine Marktwirtschaft einrichten und laufend betreuen, haben den Reichtum der Gesellschaft sehr prinzipiell den privaten Eigentümern und deren Interessen überantwortet. Sie unterwerfen sich auch den Resultaten, die eine privat betriebene Reichtumsvermehrung hervorbringt – und die hat bekanntlich seit es sie gibt ihre ganz eigenen Konjunkturen und Krisen, über die Wirtschaftsforscher und kundige Schamanen der Ökonometrie gern mit Prognosen und Modellen der Wirtschaftsastrologie aushelfen, der ein Staat aber nicht einfach das Wachstum befehlen, anordnen, es per Dekret herbeiregieren kann. Was in früheren Krisen durchaus einen Versuch wert war, das war der Anlauf, viel Staatskredit in die Infrastruktur zu „investieren“ und „Zukunftsindustrien“ zu fördern; das setzt aber voraus, dass diese Staaten auch in der Krise noch Kredit haben – dass das Finanzkapital, dessen Urteil sich die Souveräne unterwerden, die Staaten weiter finanziert.

Derzeit sind sie alle damit befasst, ihre Kreditwürdigkeit, sofern noch vorhanden, zu retten; durch mehr oder weniger große Verwüstungen in ihrem ökonomischen Bezug auf ihre Gesellschaften, indem sie als „Generalunternehmer“ ihrer Standorte mehr Geld aus ihren Gesellschaften herausziehen und weniger hineingeben, um die Relation von Steuereinnahmen und staatlicher Kreditaufnahme zu modifizieren, auf dass „die Finanzmärkte“ sie weiter oder wieder für kreditwürdig befinden. Dadurch schädigen sie unmittelbar ihre jeweiligen Standorte, indem durch dieses Gebaren das Wachstum noch mehr einbricht – das wird billigend in Kauf genommen.

VERRÜCKT? – NUN JA. – KAPITALISMUS EBEN.

Umso notwendiger, sich über die gültigen ökonomischen Interessen und Interessensgegensätze Klarheit zu verschaffen.

Ein Materialvorschlag zum Thema Geld, Tausch, Arbeit und Eigentum findet sich auf www.gegenargumente.at unter dem Titel “Diskussion 8.11.11” (rtf-Datei). Wer etwas anderes diskutieren will, bitte am Dienstag vorbringen.

www.gegenstandpunkt.com

http://doku.argudiss.de

„Erwerbsarbeit gilt als Schlüssel zur Überwindung von Armut. Wenn das nicht zusammenpasst, haben wir ein Legitimationsproblem.“

Bei “Nö, mach ich nicht!”

Die 2007 ausgebrochene Finanzkrise ist immer noch nicht überwunden. Begonnen hat sie damit, dass bestimmte Arten von Wertpapieren („asset backed securities“ und „collateralized debt obligations“) keine Käufer mehr fanden und darüber ihren Wert verloren. Zwischen Frühjahr 2007 und Frühjahr 2008 ist die Industrieproduktion in Europa um 20 % gesunken. Die vom Konkurs bedrohten Banken konnten nur mit staatlichen Zuschüssen und Garantien vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Ergebnis dieser staatlichen Rettungsmaßnahmen ist ein Banksystem, dessen Stabilität immer noch zweifelhaft ist, und eine Staatsverschuldung, die dazu führt, dass viele Staaten auf den Finanzmärkten keinen Kredit mehr bekommen oder dies ernsthaft befürchten müssen. Dass der Lebensstandard der Lohnabhängigen weltweit im Zuge der Krisenbewältigung gesenkt wird, ist dem wirtschaftlichen Sachverstand selbstverständlich.

Weiter

Der Sozialstaat hat bei einigen Menschen (und vielen Linken) einen guten Ruf. Ihn gälte es zu verteidigen und auszubauen, um zu einem guten Leben für alle zu kommen. Die wenigsten Leute versuchen sich hingegen zu erklären, welchen Zweck der Staat mit seinen sozialen Maßnahmen verfolgt.

Um sich den Sozialstaat zu erklären ist zunächst die Frage wichtig: Wieso braucht es ihn überhaupt? Weil es so viel Armut gibt. Doch wieso gibt es so viel Armut? Die Antwort darauf ist weniger leicht zu geben. Denn objektiv betrachtet ist die Welt voller Reichtum: Die Bäckereien sind bis oben gefüllt, es gibt eher ein Überangebot an Mode als Mangel, Saturn und MediaMarkt sind voll mit dem neuesten technischen Schnickschnack, Konzerne kämpfen teilweise mit Absatzschwierigkeiten. Wo liegt also das Problem?

Weiterlesen bei [geskrit]

Wann: Donnerstag, 24. November · 17:00 – 20:00
Wo: Uni Salzburg, Rudolfskai 42, Hörsaal 381 (Geswi)

„Die FPÖ verstößt gegen einen – antifaschistischen, antirassistischen etc. usw. – Grundkonsens“ (alle).

Nun, die FPÖ reklamiert „Antifaschismus“ gar nicht für sich und hält nichts von einem derartigen „Grundkonsens“, so einer sei nicht „identitätsstiftend“ und tauche ohnehin „erst 1983“ in Österreich auf. Sie sieht die Republik mehr auf einem „demokratischen Grundkonsens“ basierend.

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8. November um 19:00 im Café 7stern, Siebensterngasse 31, 1070 Wien

Die empörten Kritiker und Okkupanten, ob in Europa oder den USA, rühren mit ihrem
Protest an sehr grundsätzliche Fragen der Politischen Ökonomie des Kapitalismus:
Wozu, nach welchen Gesichtspunkten und in wessen Interesse wird in der
Marktwirtschaft Reichtum produziert; warum werden die Reichen reicher und die Armen
ärmer; warum wird in der Krise massenhaft Reichtum entwertet und warum stehen die
demokratischen Staaten auf der Seite des Reichtums – und nicht auf der Seite der
wählenden Armen?

Ein Teil der Bewegung scheint die Klärung dieser Fragen für sekundär zu halten, weil
es jetzt vor allem darum zu gehen hätte, Druck auf die Regierungen auszuüben, damit
diese (endlich wieder) mehr die Interessen der Opfer der Krise und weniger die der
Banken vertreten. Aber damit rennen die „Empörten“ im Grunde genommen offene Türen
ein: Die frühere „Normalität“ wäre auch den Regierenden sehr recht, und zwar
überall. Denn die ziehen keineswegs aus Jux und Tollerei ihre Sozialkürzungs- und
Verarmungsprogramme durch, in Griechenland, Spanien und anderswo. Die sind nämlich
auch sehr für Arbeitsplätze – und das weder aus genuin menschenfreundlichen
Haltungen und auch nicht aus demokratiepolitischen Erwägungen, auf die große
Mehrheit Bedacht nehmend. Es ist sehr schlicht: Jeder Beschäftigte, der „in der
Wirtschaft“ Geld verdient, ist unmittelbar nützlich für die Staatskasse. Er zahlt
Steuern und Sozialabgaben, und drückt bei jedem Einkauf noch einmal ans Budget ab;
ein Beschäftigungsloser hingegen kostet die jeweils zugestandene Arbeitslosen- oder
Sozialhilfe, ist Abzug vom Budget. Die kann der Staat zwar kürzen und streichen,
aber nützlich werden die Verarmten dadurch auch nicht, höchstens indirekt, als
Lohndrücker der Beschäftigten: Der Staatshaushalt ist der Grund für das staatliche
Interesse an Arbeitsplätzen, sogar an der lange entschwundenen „Vollbeschäftigung“.

ABER:

Die Staaten, die eine Marktwirtschaft einrichten und laufend betreuen, haben den
Reichtum der Gesellschaft sehr prinzipiell den privaten Eigentümern und deren
Interessen überantwortet. Sie unterwerfen sich auch den Resultaten, die eine privat
betriebene Reichtumsvermehrung hervorbringt – und die hat bekanntlich seit es sie
gibt ihre ganz eigenen Konjunkturen und Krisen, über die Wirtschaftsforscher und
kundige Schamanen der Ökonometrie gern mit Prognosen und Modellen der
Wirtschaftsastrologie aushelfen, der ein Staat aber nicht einfach das Wachstum
befehlen, anordnen, es per Dekret herbeiregieren kann. Was in früheren Krisen
durchaus einen Versuch wert war, das war der Anlauf, viel Staatskredit in die
Infrastruktur zu „investieren“ und „Zukunftsindustrien“ zu fördern; das setzt aber
voraus, dass diese Staaten auch in der Krise noch Kredit haben – dass das
Finanzkapital, dessen Urteil sich die Souveräne unterwerden, die Staaten weiter
finanziert.

Derzeit sind sie alle damit befasst, ihre Kreditwürdigkeit, sofern noch vorhanden,
zu retten; durch mehr oder weniger große Verwüstungen in ihrem ökonomischen Bezug
auf ihre Gesellschaften, indem sie als „Generalunternehmer“ ihrer Standorte mehr
Geld aus ihren Gesellschaften herausziehen und weniger hineingeben, um die Relation
von Steuereinnahmen und staatlicher Kreditaufnahme zu modifizieren, auf dass „die
Finanzmärkte“ sie weiter oder wieder für kreditwürdig befinden. Dadurch schädigen
sie unmittelbar ihre jeweiligen Standorte, indem durch dieses Gebaren das Wachstum
noch mehr einbricht – das wird billigend in Kauf genommen.

VERRÜCKT? – NUN JA. – KAPITALISMUS EBEN.

Umso notwendiger, sich über die gültigen ökonomischen Interessen und
Interessensgegensätze Klarheit zu verschaffen. Ein Materialvorschlag ist beigefügt.
Wer etwas anderes diskutieren will, bitte schicken bzw. am Dienstag mitbringen.

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