Wien 9.5.17, Donald Trump: Ein neuer Führer für das großartigste Volk der Welt

Dienstag 9. 5. 2017 um 19:00
im Neuen Institutsgebäude (NIG) Hörsaal 2, Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Donald Trump: Ein neuer Führer für das großartigste Volk der Welt

Den neuen US-Präsidenten hält die zivilisierte Welt – abgesehen vielleicht von Russland, England und den rechten und rechtsradikalen Parteien Europas – für eine Katastrophe; seine Wähler für Blödmänner, die auf einen Scharlatan hereinfielen. Das mächtigste Office des Globus hält sie für komplett fehlbesetzt, denn für sie sitzt da nicht nur eine Reality-TV-Figur, ein politisch unerfahrener Immobilien-Milliardär, der nicht auf seine Fachleute und auf die Geheimdienste hört, sondern ein notorischer Lügner, Hetzer, Rassist, Sexist und Egomane. Hyper-Nationalist, Populist und Un-Demokrat sind noch die politischsten unter den Verurteilungsformeln für einen Politiker, den man gar nicht als Staatsmann, sondern als narzistische Privatperson wahrnimmt; eine Figur, die man nicht ernst nehmen kann und doch fürchten muss.

Dieser selbstgerechten Verachtung, dem psychologisierenden Lächerlich-Machen und Verteufeln des Wahlsiegers soll auf der Veranstaltung widersprochen werden.
Unser Angebot: Im Unterschied zu allen nationalistischen Liebhabern der demokratischen Staats¬form können wir erklären,
– was Donald Trump meint, wenn er von „the people“ spricht;
– warum er und halb Amerika davon ergriffen ist, dass er als Milliardär sich mit amerikanischen Fabrikarbeitern eins und einig präsentiert;
– wieso er als Inhaber des höchsten aller institutionalisierten Ämter ausgerechnet die Institutionen und Ämter der USA als „Establishment“ beschimpft und so manche von ihnen nach Kräften bekämpft.
– welche Mission für sein Volk und seine Nation er nämlich verfolgt, wenn er mit dem, was er beiden versprochen hat, im Amt ernst macht.

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14.11. | Wien | Rechtsruck in Deutschland und Europa

Rechtsruck in Deutschland und Europa

Vortrag mit Diskussion
Referent: Dr. Theo Wentzke (Redaktion GEGENSTANDPUNKT)

Montag, 14. November 2016, 19.00 Uhr
Neues Institutsgebäude (NIG), Hs 1
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

In Ungarn und Polen sind stramm nationalistische Parteien an der Macht, in Frankreich und Öster-reich drängen Front National und FPÖ dorthin, in Großbritannien repräsentiert die Brexit-Partei UKIP den Mehrheitswillen, in Deutschland erreicht die AfD aus dem Stand 10–20 % der Wahl-stimmen. Überall in Europa sind rechte und rechtsradikale Parteien auf dem Vormarsch.

Viele finden den aufblühenden Nationalismus abscheulich, auch gefährlich – aber eigentlich nicht rätselhaft; ihnen sagt die historische Erfahrung, dass in Not- und Krisenzeiten das Volk den rechten Rattenfängern mit den „einfachen Lösungen“ nun mal gerne auf den Leim geht. Man hält das für irrational, aber irgendwie logisch. Ist es das? Das Eine oder das Andere oder gar beides?

Warum nutzt die Krise des Kapitals und Europas nur den Rechten? Die Linken haben doch auch Diagnosen der Fehlentwicklungen und Rezepte der Krisenbewältigung zu bieten. Die gel-ten aber nichts.

Und das, obwohl rechte und linke Anwälte der Unzufriedenheit im Land fast wortgleich gegen TTIP, die großen Banken, amerikanische Konzerne und die Missachtung des kleinen Mannes polemisieren. Wo ist der entscheidende Unterschied?

Die Staatsorgane scheinen ihn zu kennen, wenn sie die immer häufiger brennenden Flücht-lingsheime auf missbrauchte Ängste der Bevölkerung zurückführen, die sie ernstnehmen und beruhigen müssen, in von Autonomen angezündeten Edelkarossen aber sofort die System-feindschaft erkennen, die sie mit aller Härte zu bekämpfen haben.

Überhaupt findet das einfache Volk ein gewisses Verständnis für seinen rechten Protest: Es sei von Krise und Globalisierung betroffen, wenigstens bedroht, von „sozialen Abstiegsängsten“ geplagt. Warum aber sehen sich Leute, die um ihren Arbeitsplatz bangen, sich die Miete kaum leisten können oder ihre Altersarmut kommen sehen, gut bedient von einer politischen Rich-tung, die ihnen nicht sichere und gut bezahlte Berufe, höhere Renten usw. verspricht, sondern Law & Order und mehr nationale Rücksichtslosigkeit gegen das Ausland, gegen hier lebende Ausländer und Schutz suchende Flüchtlinge? Welche Not wird denn dadurch behoben? Und was hat die tatsächlich mit der Interessenlage der einfachen und der gar nicht so einfachen Volksgenossen zu tun?

Antworten auf diese Fragen werden in der Veranstaltung zur Diskussion gestellt.

Vortrag und Diskussion (13.10.2016 in Wien): STREIT UM TTIP IN ZEITEN GLOBALER KRISENKONKURRENZ

ttipSTREIT UM TTIP IN ZEITEN GLOBALER KRISENKONKURRENZ:
Regierende Standortnationalisten zweifeln heftig an ihrer Freihandelskumpanei

Vortrag und Diskussion
Referentin: Prof. Margret Wirth (Gegenstandpunkt)
13.10.2016 um 19h im WERKL im Goethehof, Schüttaustraße 1, 1220

 Teilen deutsche Wirtschaftspolitiker, die für den profitablen Absatz deutscher Dieselautos auf der ganzen Welt jeden Umwelt-Beschiss ihrer Vorzeige-Konzerne mitmachen, auf einmal die Befürchtungen, TTIP sei schlecht für die Umwelt? Wohl kaum!

Haben europäische Staatsleute nun Bedenken gegen TTIP wegen Verschlechterungen bei den Schutzstandards für lohnabhängig Beschäftigte – obwohl der französische Staat  die nationale Krise mit einem Großangriff auf die soziale Lage der arbeitenden wie arbeitslosen Franzosen bekämpft, deutsche Politiker solche radikalen „Spar-“ und „Reformprogramme“ seit Jahr und Tag für ganz Europa fordern und die österreichische Politik Arbeitnehmerrechte seit Jahren nur unter dem Titel „Verkrustungen“ des Arbeitsrechts, die es aufzubrechen gilt, verhandelt? Wer soll das glauben?

Wenn jetzt führende Politiker in Europa und den USA gegen TTIP hetzen, dann kalkulieren sie anders, als sie es bisher getan haben. Der Standpunkt, von dem aus sie kalkulieren und an dem sich jeder Protest von unten noch stets die Zähne ausgebissen hat, ist ein und derselbe:

Es ist der überall regierende Standpunkt, dass die nationalen Kapitale wachsen müssen – unbedingt.  TTIP sollte dafür die Wunderwaffe sein: Mehr Kapitalwachstum durch mehr grenzüberschreitende Freiheit beim Handeln und Investieren. Darum ist TTIP ehrlicherweise noch nie damit angepriesen worden, mit ihm würden Löhne und Gehälter steigen, überhaupt die Lebensverhältnisse der Menschen angenehmer oder sauberer – darum ging es ja auch nie. Immer war klar, dass mehr Kapitalfreiheit vor allem mehr Konkurrenz zwischen den Firmen bedeutet, die dafür ihr Personal auf wachsende Leistung zu sinkenden Kosten trimmen; und mehr Konkurrenz zwischen den Staaten, die ihren Völkern per Dauer-„Reformen“ Druck aufs nationale Lohnniveau bescheren. Weil und solange diese Standortpolitiker entfesselte Konkurrenz mit mehr transatlantischem Wachstum gleichgesetzt haben, von dem sie für ihre Nation möglichst große Teile sichern wollten, war für sie auch klar: Wenn Umwelt-, Sozial- und sonstige Standards dabei Konkurrenzhemmnisse, also Wachstumshemmnisse sind,  gehören sie weg – eine schöne Auskunft aus berufenem Munde darüber, was diese Standards tatsächlich immer schon in erster Linie sichern sollten.

Wegen der weltweiten Wachstumskrise des Kapitals zweifelt dieser politische Standpunkt am nationalen Nutzen der TTIP-Kooperation mit den transatlantischen Konkurrenten. Mehr transatlantisch vereinbarte Kapitalfreiheit erscheint vielen von den gleichen Politikern jetzt nicht mehr als das Mittel für mehr Wachstum. Ihre unversöhnlichen Positionen im Streit um TTIP machen deutlich, dass das mit dem Projekt  von beiden anvisierte Wachstum für ihre nationalen Kapitale nicht als Anteil an einem transatlantischen Gesamtwachstum zu haben ist, sondern nur noch durch das Wegnehmen und die nationale Monopolisierung von Geschäftsgelegenheiten, durch das Abwälzen von Krisenfolgen auf die anderen. Darum geraten die Verhandlungen so unversöhnlich; darum kommt die geplante imperialistische Kumpanei, die sich erklärtermaßen auch gegen Dritte richtet, neuerdings auf beiden Seiten des Atlantiks in den Ruf, den Verzicht auf die unverzichtbaren nationalen Waffen für die ruinöse Krisenkonkurrenz zu besiegeln.  Und in der für die gewöhnlichen Leute erst recht nichts anderes vorgesehen ist, als maximale Dienstbereitschaft zu minimalen Kosten.

West- und ostatlantische Führer sind entschlossen, die Krisenkonkurrenz zum Nutzen der eigenen, also zum Schaden der anderen Nationen zu bestehen. Darum kommt es ihnen auf Durchsetzung gegen die anderen an, also auf die an nichts relativierte Souveränität ihrer Macht. Jede ökonomische Nutzen-Schaden-Rechnung überführen sie deshalb in die Gretchenfrage, wer sich von wem überhaupt Bedingungen gefallen lassen muss, wer wem generellen Respekt und Entgegenkommen – egal in welcher bestimmten Frage – abringen kann: Erkennt Europa endlich ohne Abstriche die Führungsmacht der USA an – fragen die Amerikaner. Erweisen die USA  der EU endlich wirklichen Respekt auf Augenhöhe – fragen die Europäer. Ihre ökonomische Abhängigkeit voneinander bringt alle immer weniger auf berechnende Kooperation und immer mehr auf ein Kräftemessen gegeneinander, das sich pur um Über- oder Unterordnung dreht.

Ihre Völker ermuntern die Mächtigen nach Kräften dazu, ihnen Daumen zu drücken dafür, dass sie sich in diesem Kampf durchsetzen, für den die Leute – so oder so – ausschließlich in der Rolle der möglichst billigen Manövriermasse verplant sind.

Aufzeichnung des Vortrags „Schulden – Der wahre Reichtum des Kapitalismus“

Ankündigungstext zum Vortrag:
Schulden – der wahre Reichtum des Kapitalismus
Dank der großen Finanzkrise weiß inzwischen jedes Kind, dass Banken und ihre Geschäfte für die globale Wirtschaft unverzichtbar sind und dass die Wallstreet mit ihren Kursen und Ratings der Nabel unserer modernen Welt ist. Obwohl weder Kinder noch Erwachsene es so sehen wollen – das ist ein vernichtendes Urteil über die moderne Welt und ihre globale Wirtschaft:
So absurd ist diese Ökonomie offenbar konstruiert, dass deren Wohl und Wehe ausgerechnet am Funktionieren einer Branche hängt, die zum materiellen Reichtum überhaupt nichts beiträgt.
So eindeutig besteht der Zweck aller Produktion offenbar nicht in den produzierten Gebrauchswerten, sondern ausschließlich im Geld, das sich damit verdienen lässt, dass eine ganze Branche von seriösen Geschäftsleuten darauf kommt und damit auch Erfolg hat, gleich ohne den lästigen Umweg über Gebrauchswertproduktion nur aus Geld mehr Geld zu machen.
So lückenlos ist das gesellschaftliche Kommando des Geldes über produktive Arbeit jeglicher Form, dass die bloße Aussicht, mit der profitbringenden Ausnutzung von Arbeitskräften Geld zu vermehren,  von der Geldbranche mit einem Kredit ausgestattet wird. Der verwandelt die Erwartung zukünftiger Gewinne in gegenwärtiges Geld, das die Kommandogewalt über Produktion und Handel gerade so gut ausübt, wie Geld, das mit redlicher Ausbeutung schon verdient worden ist.
So durchgehend ist Geldvermehrung mit Kredit das Prinzip allen Wirtschaftens, dass die stets heiklen Aussichten auf deren Gelingen entscheidend dafür sind, was aus nationalen Standorten und den Lebensverhältnisse der ansässigen benutzten oder nutzlos gemachten Leute wird. Einschließlich der Extra-Schönheit, dass es nur eines richtigen Riechers und eines genügend großen Vorschusses bedarf, um auch aus dem Ruin von Branchen oder ganzen Nationen, auf den man spekuliert, einen schönen Gewinn zu machen.

Wien | 03.05.2016 | Buchpräsentation DAS FINANZKAPITAL

Buchpräsentation
DAS FINANZKAPITAL
GegenStandpunkt-Verlag

Dienstag 3. Mai 2016 um 19:00
Neues Institutsgebäude (NIG) HS 3, Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Schulden – der wahre Reichtum des Kapitalismus
Dank der großen Finanzkrise weiß inzwischen jedes Kind, dass Banken und ihre Geschäfte für die globale Wirtschaft unverzichtbar sind und dass die Wallstreet mit ihren Kursen und Ratings der Nabel unserer modernen Welt ist. Obwohl weder Kinder noch Erwachsene es so sehen wollen – das ist ein vernichtendes Urteil über die moderne Welt und ihre globale Wirtschaft:

So absurd ist diese Ökonomie offenbar konstruiert, dass deren Wohl und Wehe ausgerechnet am Funktionieren einer Branche hängt, die zum materiellen Reichtum überhaupt nichts beiträgt.

So eindeutig besteht der Zweck aller Produktion offenbar nicht in den produzierten Gebrauchswerten, sondern ausschließlich im Geld, das sich damit verdienen lässt, dass eine ganze Branche von seriösen Geschäftsleuten darauf kommt und damit auch Erfolg hat, gleich ohne den lästigen Umweg über Gebrauchswertproduktion nur aus Geld mehr Geld zu machen.

So lückenlos ist das gesellschaftliche Kommando des Geldes über produktive Arbeit jeglicher Form, dass die bloße Aussicht, mit der profitbringenden Ausnutzung von Arbeitskräften Geld zu vermehren,  von der Geldbranche mit einem Kredit ausgestattet wird. Der verwandelt die Erwartung zukünftiger Gewinne in gegenwärtiges Geld, das die Kommandogewalt über Produktion und Handel gerade so gut ausübt, wie Geld, das mit redlicher Ausbeutung schon verdient worden ist.

So durchgehend ist Geldvermehrung mit Kredit das Prinzip allen Wirtschaftens, dass die stets heiklen Aussichten auf deren Gelingen entscheidend dafür sind, was aus nationalen Standorten und den Lebensverhältnisse der ansässigen benutzten oder nutzlos gemachten Leute wird. Einschließlich der Extra-Schönheit, dass es nur eines richtigen Riechers und eines genügend großen Vorschusses bedarf, um auch aus dem Ruin von Branchen oder ganzen Nationen, auf den man spekuliert, einen schönen Gewinn zu machen.

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Über solche und andere Punkte soll auf der Veranstaltung diskutiert werden.

Wer sich nicht länger mit Hintergrundberichten über die finsteren Machenschaften von Hedgefonds und  die kriminellen Umtriebe von Spekulanten begnügen und stattdessen wissen will, wie das Finanzkapital wirtschaftet und warum diese Branche für den Kapitalismus und seine staatlichen Betreuer so unverzichtbar ist, der findet alles Nötige dazu in einem soeben im  GegenStandpunkt-Verlag erschienen Buch:

DAS FINANZKAPITAL
(Konrad Hecker, Peter Decker, Joseph Patrick)
„Wer zwei Paar Hosen hat, mache eines zu Geld und schaffe sich dieses Buch an!“ (Georg Christoph Lichtenberg)

20.04.16 | Wien | Was haben die Attacken in „Köln“ mit Flüchtlingspolitik zu tun?

Roter Mittwoch im Amerlinghaus: Vortrag und Diskussion

Was haben die Attacken in „Köln“ mit Flüchtlingspolitik zu tun?

Mittwoch 20. April 2016 um 19:00
Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien

Viele sagen, die „nachhaltig verstörenden“ Ereignisse die Kölner Silvesternacht werfen ein schlagendes Licht auf die sexuellen Sitten, also die allgemeine Moral der beteiligten Nordafrikaner, also der arabischen Muslime, also der meist arabisch-muslimischen Flüchtlinge. Andere halten das für zu pauschal und vorurteilsbehaftet.
Nun: Diese Schlussfolgerungen sind weder „schlagend“ noch „zu pauschal“, sondern überhaupt keine, und der Streit beweist, dass es um etwas anderes geht. Das steht am 20.4. zur Diskussion.

Lektüretipps:
„Ich sag’ nur Köln!!“
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2016/1/gs20161045h1.html
Dazu auch: Das Stichwort „Integration“
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2006/4/gs20064111h2.html
Ebenfalls: Politik mit Flüchtlingen
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2015/4/gs20154015h1.html
Zum Verhältnis „unserer Werte“ zur „Realpolitik“
http://www.gegenstandpunkt.com/gs/2004/4/gs20044055h2.html