Kreuzchenmalerei – eine Frage der Bildung?

Die demokratische Herrschaft zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass periodisch die Zustimmung zu ihr durch Kreuzchenmalerei hinter derjenigen Wahlalternative bekundet wird, welcher die Ausübung der demokratischen Herrschaft am ehesten zugetraut wird. Sondern diese Zustimmung gilt, weil man sie ausüben darf, als heiligste Bürgerpflicht, der man nachkommen muss. Weshalb auch regelmäßig wissenschaftlich-politwissenschaftlich untersucht wird, wie es nur dazu kommen kann, dass glatt manche ihr Kreuzchen an die falsche Stelle (Die Linken! Die Rechten!) setzen, oder fast noch schlimmer, gleich überhaupt keins. Nicht, dass dadurch die demokratische Herrschaft gefährdet wäre, solange das politische Denken und Handeln dieser (Nicht-)Wähler auch weiterhin um die bestmögliche nationale Herrschaftsalternative kreist, welche dann entweder jenseits der Mitte-Parteien, oder überhaupt nicht im Parteienangebot gefunden wird. Sondern gerade weil die demokratische Herrschaft dermaßen durchgesetzt ist, fällt schon das nicht oder an die falsche Stelle gesetzte Wahlkreuz als Skandal und zu beseitigendes Übel auf. Weiterlesen

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Von Journalisten und Denunzianten

Bei bild.de empört sich (externer Link) der richtige und echte Journalist Ernst Elitz – seines Zeichens Gründungsintendant des Deutschlandradios – über Wikileaks, bzw. stellvertretend für es über dessen Gründungsintendanten Julian Assange. Der sei nämlich kein richtiger und echter Journalist, sondern lediglich „ein übler Denunziant„. Weiterlesen

Ein demokratisches Skandälchen …

Na sowas … da schaut sich ein demokratischer Nationalist, der sich dieses Hobby auch noch zum Beruf gemacht hat, einen Parteitag der faschistischen Nationalisten an und vernimmt dort

„kaum einen Satz gefunden, den ich nicht selbst hätte unterschreiben können“. Er freut sich, dass jemand direkt und ungeschönt ausspricht, wie „schwer krank in seiner Bevölkerungsentwicklung“ Deutschland sei.

wie die taz berichtet (externer Link). Wie sollte er auch dazu kommen, wenn sich demokratische und faschistische Nationalisten schlicht in Deutschlands Erfolg als Ziel ebenso einig sind, wie in dem Rassismus, dass es dem Staatsvolk von seinem Wesen her zukäme, für genau diesen Erfolg, den man mit ihm als Material vorhat, auch einzustehen? Klar also, dass nationaler Nachwuchs her muss und dass ihn nicht nur zu zeugen, sondern ihn auch zu versorgen und anständig zu erziehen, die Aufgabe der deutschen Familien sein soll. Kommen nun diese Keimzellen des Staates ihrer Aufgabe nicht im gewünschtem Maße nach, stellt sich die Politik eben auch die Frage, wie sie ihren geschätzten Mitnationalisten das Erfüllen ihres nationalen Auftrags materiell besser ermöglichen kann – neben moralischen Appellen an diese, selbstverständlich. Weiterlesen

Wer das Recht macht, hat immer recht

Nicht wer am lautesten schreit, hat auch recht“ – was man für die banale Feststellung halten könnte, dass die Vehemenz des Vortrags nichts über seine inhaltliche Korrektheit aussagt, ist BILD-Kommentator Rolf Kleine der Auftakt zu einem ganz anderen Thema (externer Link).

Gekonnt „recht haben“ im Sinne von richtig liegen und „Recht haben“ im Sinne von das positive Recht auf seiner Seite zu haben in eins setzend, bebildert er mit dieser scheinbaren Banalität etwas ganz anderes, nämlich, dass die Bürger dem Souverän zu gehorchen haben: Weiterlesen