Kreuzchenmalerei – eine Frage der Bildung?

Die demokratische Herrschaft zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass periodisch die Zustimmung zu ihr durch Kreuzchenmalerei hinter derjenigen Wahlalternative bekundet wird, welcher die Ausübung der demokratischen Herrschaft am ehesten zugetraut wird. Sondern diese Zustimmung gilt, weil man sie ausüben darf, als heiligste Bürgerpflicht, der man nachkommen muss. Weshalb auch regelmäßig wissenschaftlich-politwissenschaftlich untersucht wird, wie es nur dazu kommen kann, dass glatt manche ihr Kreuzchen an die falsche Stelle (Die Linken! Die Rechten!) setzen, oder fast noch schlimmer, gleich überhaupt keins. Nicht, dass dadurch die demokratische Herrschaft gefährdet wäre, solange das politische Denken und Handeln dieser (Nicht-)Wähler auch weiterhin um die bestmögliche nationale Herrschaftsalternative kreist, welche dann entweder jenseits der Mitte-Parteien, oder überhaupt nicht im Parteienangebot gefunden wird. Sondern gerade weil die demokratische Herrschaft dermaßen durchgesetzt ist, fällt schon das nicht oder an die falsche Stelle gesetzte Wahlkreuz als Skandal und zu beseitigendes Übel auf. Weiterlesen

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Lernen braucht kein Abitur

Die Fakten sind bekannt: letzten Sonntag war der von der Initiative „Wir wollen lernen“ (externer Link) initiierte Volksentscheid erfolgreich. Somit entscheidet sich auch in Hamburg weiterhin nach der vierten, statt nach der sechsten Klasse, ob es die lieben Kleinen aufs Gymnasium schaffen, oder ob sie von diesem ausgeschlossen bleiben. Dieser Sieg wird von konservativen Bildungspolitikern als eine „Absage an jede Ideologie“ (Peter Hauk, CDU – externer Link) gefeiert. Die Kinder nach Klasse vier zu selektieren, soll also so selbstverständlich sein, dass alles andere Ideologie ist, während man selbst ja nur pragmatisch das Selbstverständliche umsetzen wolle.

103,5 ! :O

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