Griechenland pleite, Ungarn zahlungsunfähig, Euroland herabgestuft – was ist da los?!

Prof. Margaret Wirth (Bremen):

Die Krise des globalen Finanzsystems und ihre Bewältigung:
Die Weltwirtschaftsmächte kämpfen um ihren Kredit – gegeneinander!

Dienstag 17.1.2012 19:00, Uni Wien, Neues Institutsgebäude (NIG) HS 1
Universitätsstraße 7, 1010 Wien

Die Krise auf den Finanzmärkten hat sich zu einer Staatsschuldenkrise
ausgewachsen. Die finanzkapitalistischen Investoren, die neulich von den Staaten mit gigantischen Kreditsummen aus ihrer Krise herausgekauft wurden, entziehen sukzessive den Staatsanleihen ihr Vertrauen: Etliche Staaten bekommen nur noch zu höheren Zinsen Kredit, manchen Staaten droht der Kreditentzug. So beginnt die nächste Etappe: Entwertete Staatspapiere, Schuldenschnitte wie bei Griechenland, ev.
der komplette Zahlungsausfall eines Landes – all das beschwört die nächste Bankenkrise herauf, weil die Großen der Branche zu den wichtigsten Investoren in jene Staatsanleihen gehören, die mehr und mehr wertlos werden. Im Gefolge droht eine neue Rezession, am Ende womöglich das Aus für das Geld, in dem europaweit gewirtschaftet wird.

http://www.gegenargumente.at/veranstaltung/veranstaltung_17_01_12.htm

Finanzkapital und Finanzkrise – Tagesseminar

Die 2007 ausgebrochene Finanzkrise ist immer noch nicht überwunden. Begonnen hat sie damit, dass bestimmte Arten von Wertpapieren („asset backed securities“ und „collateralized debt obligations“) keine Käufer mehr fanden und darüber ihren Wert verloren. Zwischen Frühjahr 2007 und Frühjahr 2008 ist die Industrieproduktion in Europa um 20 % gesunken. Die vom Konkurs bedrohten Banken konnten nur mit staatlichen Zuschüssen und Garantien vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Ergebnis dieser staatlichen Rettungsmaßnahmen ist ein Banksystem, dessen Stabilität immer noch zweifelhaft ist, und eine Staatsverschuldung, die dazu führt, dass viele Staaten auf den Finanzmärkten keinen Kredit mehr bekommen oder dies ernsthaft befürchten müssen. Dass der Lebensstandard der Lohnabhängigen weltweit im Zuge der Krisenbewältigung gesenkt wird, ist dem wirtschaftlichen Sachverstand selbstverständlich.

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Ab Jänner 2011: Kapital-Lesekreis in Salzburg

Sich stören an und jammern über stagnierende und sinkende Löhne, prekäre Arbeitsverhältnisse, Praktika ohne Ende, Arbeitslosigkeit, Armut und AMS-Terror ist das Eine; sich die Verhältnisse, die all das hervorbringen, zu erklären, das Andere.
Wir wollen, gerade weil uns so Vieles stört, Letzteres wagen. Denn nur wer dieVerhältnisse verstanden hat, weiß auch, was zu verändern ist.
Zentrale Erkenntnisse über diese Verhältnisse, in denen wir leben müssen, lassen sich unserer Meinung nach – immer noch – durch das Studium des “Kapitals” von Karl Marx gewinnen.
Da es mühselig ist, sich alleine durch hunderte von Seiten zu arbeiten, halten wirKapital-Lesekreise für eine gute Idee und möchten in Salzburg einen solchen auf die Beine stellen.

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