Die Verdummung der Ösis

Der durchschnittliche Apologet der Verhältnisse hat, wenn es um das Thema Bildung geht, stehts zu vermelden, dass man ordentlich vorwärts komme, wenn man sich nur um die richtige Ausbildung bemühe. Das war schon im Beitrag Stichwort Qualifikation das Thema. Hier soll die Auseinandersetzung eine Fortsetzung finden — nämlich mit der Frage, was mit den Ösis und ihrer Bildung passiert ist, so dass man sie jetzt zunehmend nicht mehr brauchen kann.
Denn wenn man das Argument, dass man mit einer ordentlichen Bildung nicht arbeitslos werde und auch nicht unter Armut leide, mal ernst nimmt, dann stellt sich die Entwicklung der letzten Jahrzehnte wohl so dar: In den 1960ern waren die Ösis hochgebildet und tiptop qualifiziert – weswegen da auch Vollbeschäftigung herrschte. Zudem warben die Unternehmen mit Unterstützung der Politik Ddr. Ayse in der Türkei und Prof.Dr. Silvio aus Italien an — denn wer will sich schon dieses hochgebildete Humankapital entgehen lassen?
Aber dann ist es plötzlich passiert: die erste Verdummungswelle rollte über Ösistan. Zufälligerweise in der Zeit, in der der gesegnete Westen mit der ersten Wirtschaftskrise nach Ende des Weltkrieges zu kämpfen hatte. Weil die Ösis und auch die MigrantInnen spontan verblödeten, gab es die ersten Arbeitslosen. Hätten sie halt „was gscheits“ gelernt!
Ddr. Ayse und Prof.Dr. Silvio, die man Ende der 1960er freudigst begrüßt hatte, weil sich durch ihre Be- und Ausnutzung der Profit so toll hatte steigern lassen, mutierten plötzlich zu analphabetischen Kanaken und mafiösen Spaghettis. So lässt sich kein Standort (mehr) machen!
Doch damit nicht genug: nach der ersten Verdummungswelle folgten weitere. Mitte der 1980er-Jahre lassen sich die Resultate in Form von Langzeitarbeitslosen bestaunen: binnen kürzester Zeit verlieren die Ösis ihre Qualifikationen und sind daher nicht mehr ordentlich benutzbar — kein Wunder also, dass sie arbeitslos und arm sind. Mit weiteren Krisen und v.a. mit erfolgreichen Rationalisierungsbemühungen der Unternehmen zum Zwecke der Lohnkostensenkung hat das freilich nichts zu tun. Es sind gerade die Unternehmen, die am meisten unter den zunehmend blöden Ösis leiden! Und die Politik leidet natürlich auch: die wird durch die fatale Entwicklung dazu gezwungen, Sparpakete zu erlassen.

Es tröstet nur wenig, dass auch andere Völker radikal verdummen. Zum Beispiel die US-Amerikaner, bei denen sich die massenhafte Verblödung in einer Arbeitslosenquote von über 10 Prozent wiederspiegelt. Nicht zu reden von den „Südländern“, wo die dumme Jugend mittlerweile längst zu über 20 Prozent arbeitslos ist. So, liebe Leute, kann das nicht weitergehen!

PS:

Die Entwicklung des Bildungsstandes in den letzten Jahren und Jahrzehnten, das heißt zwischen 1971 und 2009, zeigt einen allgemeinen Anstieg des Bildungsniveaus der österreichischen Bevölkerung. Besaßen 1971 noch rund 57,8% der österreichischen Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren die Pflichtschule als höchsten Bildungsabschluss, beträgt dieser Anteil im Jahr 2009 nur noch 19,5%. Deutliche Zuwächse sind bei allen weiterführenden Ausbildungen zu verzeichnen. So hat sich seit 1971 der Anteil der Personen die einen BMS-Abschluss oder eine Matura als höchsten Abschluss erworben haben jeweils mehr als verdoppelt. Besonders deutlich ist der Anstieg jedoch beim Hochschulabschluss. Während 1971 lediglich 2,8% der österreichischen Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 einen Hochschulabschluss besaßen, waren es 2009 mit 11,1% fast viermal so viele.

Damit sollte die Frage, wer hier verdummt, beantwortet sein.

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