Ein demokratisches Skandälchen …

Na sowas … da schaut sich ein demokratischer Nationalist, der sich dieses Hobby auch noch zum Beruf gemacht hat, einen Parteitag der faschistischen Nationalisten an und vernimmt dort

„kaum einen Satz gefunden, den ich nicht selbst hätte unterschreiben können“. Er freut sich, dass jemand direkt und ungeschönt ausspricht, wie „schwer krank in seiner Bevölkerungsentwicklung“ Deutschland sei.

wie die taz berichtet (externer Link). Wie sollte er auch dazu kommen, wenn sich demokratische und faschistische Nationalisten schlicht in Deutschlands Erfolg als Ziel ebenso einig sind, wie in dem Rassismus, dass es dem Staatsvolk von seinem Wesen her zukäme, für genau diesen Erfolg, den man mit ihm als Material vorhat, auch einzustehen? Klar also, dass nationaler Nachwuchs her muss und dass ihn nicht nur zu zeugen, sondern ihn auch zu versorgen und anständig zu erziehen, die Aufgabe der deutschen Familien sein soll. Kommen nun diese Keimzellen des Staates ihrer Aufgabe nicht im gewünschtem Maße nach, stellt sich die Politik eben auch die Frage, wie sie ihren geschätzten Mitnationalisten das Erfüllen ihres nationalen Auftrags materiell besser ermöglichen kann – neben moralischen Appellen an diese, selbstverständlich.

Diese reale Gemeinsamkeit zwischen demokratischen und faschistischen Nationalisten benennt Hans Püschel und will konsequenter Weise zum Wohle Deutschlands am liebsten mit den faschistischen Nationalisten kooperieren. Dass daraus ein Skandal wird, verdankt sich ausschließlich der demokratischen Moral, nach welcher Faschisten als „ewiggestrige“ Querulanten und also Schädlinge am nationalen Erfolg zu gelten haben, die deshalb ausgegrenzt werden müssen. Vorgeworfen wird ihm schließlich nicht etwa der von ihm vertretene Inhalt, den er auch bei den Neonazis entdeckt hat, – den vertreten die anderen demokratischen Nationalisten schließlich ebenfalls -, sondern, dass er der NPD das ernsthafte Eintreten für Deutschlands Erfolg abnimmt. So wird bspw. seine Feststellung über den NPD-Parteitag:

„Viele junge Leute, Frauen, sogar Kinder, … keine Springerstiefel, keine Schlägertypen.“

(lauter anständiges und williges nationales Menschenmaterial also!)

von seinem Parteifreund Rüdiger Erben mit

„Hans Püschel hat offensichtlich die bürgerliche Fassade der NPD nicht durchschaut, sonst wäre er auf eine solche Verharmlosung nicht gekommen.“

gekontert. Ausgerechnet, dass diese ihren unbedingten Nationalismus nicht ernst meinen würden, ist eben die Kritik demokratischer Nationalisten an den Faschisten – deren Nationalismus können und wollen sie ja schließlich nicht kritisieren.

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