Rausschmeißen gegen Arbeitslosigkeit

Die Kapitalisten präsentieren es gerne stolz als ihren Beitrag zu einem angeblichen Gemeinschaftswerk, dass sie Lohnarbeiter einstellen – deswegen gefällt ihnen ja auch die Bezeichnung Arbeitgeber für sie so sehr. In dieses Horn stößt jetzt auch wieder (externer Link) der Chef der DIHK, Hans Heinrich Driftmann:

Wenn wir jetzt den Arbeitsmarkt entfesseln, können wir die Arbeitslosigkeit nicht nur kurzzeitig auf deutlich unter drei Millionen drücken.

„Entfesseln“ zeigt dabei an, wo es lang geht; vom angesprochenen nationalen Wir wird die Umsetzung bzw. die Akzeptanz von „fünf unbequemen [!] Forderungen“ erwartet. Und zwar, damit die Kapitalisten ihrer ehrenvollen Aufgabe nachkommen können, Arbeit zu geben. Die Hindernisse, welche Hans Heinrich Driftmann dabei ausmacht, sind allerdings bezeichnend. Zum einen soll es ein unerträgliches Hindernis für das Arbeit geben sein, dass diejenigen, denen da gegeben wird, wegen ein paar staatlichen Einschränkungen bei ihrer Benutzung, damit sie sich als Lohnarbeiter und als Staatsbürger reproduzieren können, nicht uneingeschränkt und rund um die Uhr für ihre kapitalistische Benutzung bereit stehen. Soviel dazu, wer hier wem Arbeit gibt. Und soviel auch dazu, was der Zweck dabei ist, wenn Kapitalisten Lohnarbeiter anstellen: nämlich, dass diese für sie durch ihre Arbeit deren Geld vermehren.

(C) by B.U.G.P.A.P.I.E.R.

Noch verräterischer wird es, wenn ausgerechnet die staatlichen Regulierungen beim Rausschmeißen der Lohnarbeiter, als nahezu unüberwindliches Hindernis für die armen Arbeitgeber bei ihrem wackerem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit präsentiert werden. Dass sie die Lohnabhängigen nicht völlig nach Belieben wieder kündigen können, sobald sich ihre Anstellung für die Kapitalisten nicht mehr lohnt, würde diese glatt davon abhalten, sie einzustellen, solange es sich für sie lohnt. Und das, wo sie ihnen doch so gerne Arbeit geben würden – nämlich für sie rentable.

Wer solche großzügigen Geber hat, braucht keine anderen Feinde mehr. Vernünftiger Weise macht man sich als Lohnabhängiger daher nicht die Frage auf, ob diese Maßnahmen wirklich dazu führen, dass mehr Arbeit gegeben wird, sondern die, warum man überhaupt darauf hoffen muss, von einem Kapitalisten für dessen Geldvermehrung gebraucht zu werden. Kleiner Tipp: könnte ganz eventuell damit zusammenhängen, dass man durch die dermaßen geschätzte Eigentumsordnung, welche der bürgerliche Staat schützt, von allem ganz prinzipiell ausgeschlossen ist und daher an Geld kommen muss, um dennoch darauf zugreifen zu können – weil es (Stichwort: Reichtumsvermehrung der Kapitalisten) auch nur genau für diesen Zweck produziert wurde.

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Ein Gedanke zu “Rausschmeißen gegen Arbeitslosigkeit

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