China „zu teuer“ fürs Kapital

Nicht zu fassen: nicht nur in Hongkong sind die Lohnabhängigen so frech und verlangen einen katastrophal hohen Mindestlohn von 3 Dollar und ein paar zerquetschen Cents. Nee, auch im Rest von China geht es hoch her, im Handelsblatt wurde in der Vergangenheit schon ordentlich gejammert. Diese frechen Chinesen wollen glatt leben können von einem Lohn. Wie sagte Werner Sinn? Sinngemäß: „Es ist ausgesprochen dumm zu meinen, man müsse von einem Lohn leben können.“ Na denn. Wie viel Lohn kassiert dieser Menschenfeind eigentlich? Wie auch immer, zurück zum Thema:

Chinesische Fabrikarbeiter fordern immer massiver höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Damit steigen für ausländische Firmen die Produktionskosten in der Volksrepublik, deren südliche Küstenregion bislang als Fabrikhalle der Welt galt. (tagesanzeiger.ch, 16.7.10)

Lohnerhöhungen UND bessere Arbeitsbedingungen! Man stelle sich das mal vor! Kein Wunder, dass die großen Firmen das Land verlassen. Oder aber zumindest ins Landesinnere verlagern. So wie Foxconn, das zwar zum Zwecke der Imagereparatur verlauten ließ, dass die Löhne erhöht werden; gleichzeitig aber den Standort ins chinesische Landesinnere verlagerte – wo die Löhne natürlich niedriger sind. Noch niedriger als die ursprünglichen Löhne.

Wohin gehen die anderen Unternehmen, deren Gewinne durch unverschämte Lohnforderungen eventuell nicht mehr so wachsen, wie von KapitalistInnen gewünscht?

Einige sind nach Vietnam, Indonesien oder Kambodscha ausgewichen.

Aber leider wollen da die ArbeiterInnen auch Löhne für die Arbeit sehen, mit denen sie wenigstens halbwegs über die Runden kommen – frech! Daher planen manche Unternehmen die „Heimkehr“:

«Unternehmen im Bereich der Biowissenschaften haben ihre Produktion von China zurück in die USA verlegt», sagt Sean Correll von der Beraterfirma Emptoris. «In einigen Fällen wurden es in den USA billiger», erklärt er.

Eh, in Zeiten der Krise und wachsender Arbeitslosigkeit ist der gemeine Lohnabhängige durchaus bereit, zu Billigstlöhnen zu schuften. Damit hat man ja auch in Deutschland gute Erfahrungen gemacht. Leider.

Es gibt natürlich auch noch eine andere Methode zur Lohnkostensenkung, die hier unter drittens beschrieben ist: Rationalisierung.

Zum Schluss: ich schließe mich almabu an:

Nach zwei, drei Erdumrundungen unserer Jobs, werden wir unentgeltlich, als Sklaven arbeiten müssen, denn das ist eine gewollte Abwärtsspirale!

Möchte aber hinzufügen, dass die Rechnung nicht aufgeht. Daher haben wir ja auch die Krise.

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